Tag 100: 23.07.2013 noch 442,1 von 2186 Meilen

Heute Morgen wollten wir alle natürlich früh los, um nicht so spät im Ort anzukommen. In der Nacht hat es schon angefangen, wie aus Kübeln zu regnen. Leider hört es zum frühen Morgen immer noch nicht auf. Bei dem Regen gehe ich jedenfalls nicht raus. So gegen 8:00 Uhr wird es weniger. Nur mit der Regenjacke drüber schaue ich mal im Shelter nach, was da los ist. Auf dem Campground steht nur noch ein weiteres Zelt. Die anderen müssen tatsächlich bei dem Regen eingepackt haben. Im Shelter liegen noch sechs Leute in ihren Schlafsäcken warm und trocken. Um 9:00 Uhr hört der Regen tatsächlich auf. Erst jetzt frühstücke ich meine allerletzten Vorräte. Für die nächsten 6 Meilen zu einem weiteren Laden direkt am Trail, habe ich noch einen Snikers Riegel als eiserne Reserve. Mein Rucksack fühlt sich richtig leicht an. Wie leicht wäre der erst, wenn mein Zelt jetzt nicht so nass wäre. Natürlich tropft es ordentlich von den Blättern, aber irgendwie muss es ja weiter gehen. Erst einmal geht es fast nur bergab. Nach einer Stunde fängt auch der Regen wieder an. Von nun an wechselt es eigentlich nur noch ab zwischen normalem Regen, Schauer und Niesel. So gegen 13:00 Uhr bin ich nach fast drei Stunden am Laden angekommen. Drinnen esse ich, gefühlt wohl, meinen fünfzigsten Hamburger. Mit zwei weiteren Riegeln gehts weiter gen Norden nach Hanover. Weiter Regen, volles Programm. Bei dem Wetter ist natürlich auch keine Sicht.  Zum nächsten Shelter geht es wieder vier Meilen rauf. Allerdings noch recht angenehm. Dort gibt es noch einmal eine Sitzpause im Trockenen. Die letzten knapp sechs Meilen sind zwar nur downhill, ziehen sich aber ordentlich. Um 19:30 trudel ich in Hanover ein. Kurz vorher wurde die Grenze Vermont / New Hamphire überschritten. In Hanover hört sogar der Regen auf. Na klasse, den örtlichen Outfitter gibt es nicht mehr. Hätte mir gerne für die nächste Etappe noch Fertigtütengerichte dort gekauft. Das einzige Motel hier in Ort ist mir zu teuer. Außerdem wusste ich, dass Sybil sich im Sunset Motor Inn ein Zimmer reserviert hat. Zum Glück, eine Mitfahrgelegenheit lässt nicht lange auf sich warten. Am Motel treffe ich auch das Pärchen aus Hamburg mit ihrem Hund wieder. Die Wäsche brauche ich hier nur an der Rezeption abgeben. Waschen, Trocknen, alles inklusive. Duschen gibt es später. Ich habe heute schon Wasser genug gehabt.  Ab hier soll es ja weiter in die Berge gehen. Ich nehme mir für Morgen eine Auszeit und bleibe zwei Nächte hier. Wir vier finden ein nettes Plätzchen hinter dem Motel mit Seeblick. Der Besitzer vom Motel wollte uns vor unseren Zimmertüren nicht haben, weil wir alle ne Flasche Bier in der Hand hatten. Ist hier in Amerika in der Öffentlichkeit verboten. An dem Picknicktisch ist es viel gemütlicher. Schnell fällt uns ein, dass man sich zum Motel noch Pizza liefern könnte. Als die Dunkelheit herein bricht verschwinden wir auf unsere Zimmer.

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